Warum Bauchgefühl beim Nachbestellen teuer wird
Im Alltag bestimmt oft der Zufall die Reihenfolge: das Produkt, nach dem ein Kunde per E-Mail gefragt hat, der Artikel, der gerade im Lager auffällt, oder der, der früher gut lief. Dabei bleibt ein anderes Produkt wochenlang ausverkauft, das jeden Tag Dutzende Besucher anzieht, nur weil niemand nachfragt.
WooCommerce zeigt Ihnen in der Produktliste und in den Berichten, welche Produkte ausverkauft sind oder knapp werden. Wie viele Kunden ein ausverkauftes Produkt in dieser Zeit sehen wollten, zeigt es nicht. Genau diese Zahl entscheidet aber, wie dringend das Nachbestellen ist.
Die richtige Reihenfolge: nach entgangenem Umsatz
Für jedes ausverkaufte Produkt lässt sich schätzen, was es Sie kostet:
Beispiel: 300 Aufrufe × 2 % × 80 € = 480 €. Ein Produkt für 250 € mit 20 Aufrufen kommt nur auf 100 €, auch wenn es teurer ist.
Sortieren Sie Ihre ausverkauften Produkte nach diesem Wert, haben Sie Ihre Einkaufsliste. Oben steht, was am meisten kostet. Unten steht, was warten kann oder vielleicht gar nicht mehr nachbestellt werden muss.
Was die Liste sonst noch berücksichtigen sollte
- Lieferzeit: Ein Produkt mit drei Wochen Lieferzeit müssen Sie früher bestellen als eins, das in zwei Tagen da ist. Bei hohem Verlust und langer Lieferzeit lohnt sich auch ein teurerer Expressweg.
- Marge: Bei stark unterschiedlichen Margen den Verlust gedanklich mit der Marge gewichten. 480 € Umsatz mit 10 % Marge sind weniger wert als 300 € mit 50 %.
- Saison: Ein Wintermantel mit vielen Aufrufen im Februar ist ein Signal für die nächste Saison, weniger für eine Eilbestellung.
- Wiederholungstäter: Produkte, die immer wieder ausverkauft sind und dabei stark gefragt werden, waren zu knapp geplant. Hier lohnt ein höherer Mindestbestand.
- Varianten: Fehlt nur Größe M, zählt das Produkt in WooCommerce nicht als ausverkauft, der Kunde in Größe M geht trotzdem. Beliebte Varianten gesondert im Blick behalten.
Mindestbestand in WooCommerce richtig nutzen
WooCommerce kann Sie per E-Mail warnen, wenn ein Produkt knapp wird. Den Schwellenwert für geringen Bestand stellen Sie global in den WooCommerce-Einstellungen unter „Produkte“ ein und bei Bedarf abweichend direkt im einzelnen Produkt. Setzen Sie diesen Wert bei stark gefragten Produkten höher, damit die Nachbestellung eintrifft, bevor der Bestand bei null ist. Welche Produkte stark gefragt sind, zeigt Ihnen die Liste nach entgangenem Umsatz.
Das Ausverkauft-Radar der Lost Revenue Suite
Das Ausverkauft-Radar liefert die Einkaufsliste fertig sortiert. Es zählt jeden Aufruf eines Produkts, das gerade nicht vorrätig ist, und rechnet mit Ihrer Conversion-Rate den entgangenen Umsatz in Euro hoch. Für den gewählten Zeitraum sehen Sie pro Produkt die Aufrufe, den Preis, den geschätzten Verlust, wann es zuletzt aufgerufen wurde und ob es inzwischen wieder vorrätig ist.
Jeden Montag kommt auf Wunsch der Wochenbericht per E-Mail, mit den ausverkauften Produkten und ihrem geschätzten Verlust. Im kostenlosen Branchenvergleich sehen Sie, ob Ihr Anteil ausverkaufter Produkte über dem vergleichbarer Shops liegt.
Datenschutz: Gezählt werden nur Produkt, Datum und Anzahl der Aufrufe. Keine IP-Adressen, keine Kundendaten, keine Cookies.
Ihre Einkaufsliste (fiktive Werte, Conversion-Rate 2 %)
| Produkt | Aufrufe | Preis | Verlust |
|---|---|---|---|
| Laufschuh Trail | 340 | 129 € | 877 € |
| Funktionsshirt Herren | 300 | 80 € | 480 € |
| Trinkrucksack 5 l | 95 | 69 € | 131 € |
| GPS-Uhr Pro | 20 | 250 € | 100 € |
So gehen Sie vor
Plugin installieren
In WordPress hochladen und aktivieren. Das Radar zählt ab sofort.
Conversion-Rate eintragen
Ihre eigene Rate aus Google Analytics oder den Standardwert von 2 % verwenden.
Liste abarbeiten
Von oben nach unten nachbestellen, bis das Budget verbraucht ist.
Mindestbestände anpassen
Für Produkte, die immer wieder oben stehen, den Schwellenwert in WooCommerce erhöhen.
Häufige Fragen
Wie sehe ich in WooCommerce, welche Produkte ausverkauft sind?
Unter Produkte lässt sich nach Lagerstatus „Nicht vorrätig“ filtern, und die WooCommerce-Berichte zeigen den Lagerbestand. Wie oft ausverkaufte Produkte aufgerufen werden, zeigt WooCommerce allerdings nicht.
Welche Conversion-Rate soll ich verwenden?
Am besten Ihre eigene, zum Beispiel aus Google Analytics. Viele Onlineshops liegen zwischen 1 und 3 %. Für die Reihenfolge der Liste spielt die genaue Rate kaum eine Rolle, weil sie für alle Produkte gleich ist.
Kann ich ausverkaufte Produkte einfach ausblenden?
Das geht in WooCommerce mit einer Einstellung, kostet aber oft die Platzierung bei Google und verschleiert die Nachfrage. Meist ist es besser, das Produkt sichtbar zu lassen und gezielt nachzubestellen.
Werden einzelne ausverkaufte Varianten gezählt?
Das Radar zählt ein variables Produkt als ausverkauft, wenn keine seiner Varianten mehr vorrätig ist.